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| Buchmesse unter Bäumen (Bild: Flm) |
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SPANIEN LIVE – Die Madrider Buchmesse im Retiro-Park ist ein Ereignis, zu dem die Menschen in Scharen strömen. Zahlreiche spanischsprachige Buchverlage zeigen in kleinen Buden unter grünen Bäumen ihr attraktives Angebot – dazu gehören auch Bücher deutscher Autoren. Die „Feria del Libro“ findet in diesem Jahr zum 70. Mal statt und Gast ist unter dem Motto „¡AleManía!“ Deutschland.
Manche deutschen Autoren stehen wochenlang auf den Listen der meist verkauften Bücher in Spanien. So der Science-Fiction-Autor Frank Schätzing mit „El lado oscuro“ (Die dunkle Seite). Oder David Safier mit „Maldito Karma“ und „Jesús me quiere“ (Verdammtes Karma und Jesus liebt mich). Safier kommt auch auf die Messe. Geliebt und gelesen werden natürlich die Bücher von Cornelia Funke. Patrick Süßkind ist nicht nur mit „Das Parfum“ bekannt in Spanien. Unter dem Titel „El lector“ erschien Bernhard Schlinks „Vorleser“, es folgten viele andere seiner Bücher.
Altmeister Hans Magnus Enzensberger gehört mit „Hammerstein o el tesón“ (Hammerstein oder der Eigensinn: eine deutsche Geschichte) aktuell zu den meistverkauften Schriftstellern des spanischen Buchkaufhauses Casa del libro. Prinz-von-Asturien-Preisträger Enzensberger beschließt die Buchmesse am 12. Juni 2011.
Eröffnet wird sie an diesen Freitag, 27. Mai, von Rüdiger Safranski. Eingeladen wurden Volker Braun, Joachim Friedrich, Elke Heidenreich, Volker Kutscher und Birte Müller, um nur einige Autoren zu nennen, die sich in Madrid vorstellen. Eine Ausstellung deutscher Kinder- und Jugendbücher, zahlreiche Diskussionen und ein literarischer Vortragswettbewerb runden das Programm ab, das die Deutsche Botschaft und das Goethe-Institut im Rahmen der spanisch-deutschen Kulturbegegnungen ausrichten.
2002 hatte die Goethe-Institute in Madrid und Barcelona eine deutsche Buch-Woche organisiert. Seitdem bietet das Goethe-Institut eine gut dokumentierte Aufstellung ins Spanische (und Katalanische) übersetzter deutscher Gegenwartsautoren an, die auf der Webseite des Goethe-Institutes Barcelona zu finden ist.
Deutsche, österreichische und deutsch-schweizerische Autoren werden jedoch nicht nur in Übersetzungen gelesen. Immer mehr Spanier lernen Deutsch. Dass die Goethe-Institute in Madrid, Barcelona, Granada und San Sebastian sich vor Sprachschülern nicht retten können, hat mit der wirtschaftlichen Situation zu tun. Viele junge Spanier sehen im deutschen Arbeitskräftemangel ihre Chance. Die höheren Löhne der drei Länder verlocken, und der Ruf Angela Merkels nach 50.000 Ingenieuren hat in vielen Spaniern, die diesen Beruf erlernen, Auswanderungsgelüste geweckt. Voraussetzung dafür sind natürlich gute Deutschkenntnisse.
In diesem Jahr kommen übrigens auch eine ganze Reihe österreichischer Autoren in spanischen Übersetzungen auf den Markt: Karl Kraus, Stefan Zweig, Joseph Roth, die bald 90-jährige Ilse Aichinger und Peter Handke.
In Madrid sitzen im sommerlichen Park die Schriftsteller geduldig in ihren Verlagsständen und halten Autogrammstunden ab. Was so viele Menschen in den Retiro-Park lockt, ist auch diese Gelegenheit, sich ein Buch vom Lieblingsautor signieren zu lassen - nicht nur in diesem Fall liegen die Vorteile beim herkömmlichen Buch - auch wenn E-Books sich zunehmend als beliebte Geschenke erweisen. Clementine Kügler
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